Ein Logbuch persönlichen Wandels und Entwicklung

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Die Erfahrung des Neuanfangs II

Was an diesem Punkt noch nicht zu einem Abschluss gekommen ist, ist die innere Neustrukturierung und Ausrichtung und damit auch der Zugang zur eigenen Energie und Motivation. In der neutralen Zone fühlen sich viele abgeschnitten von ihren Energiequellen oder die Energie wird unangenehm als innere Unruhe erlebt, weil sie in Ermangelung von Orientierung und Zielen zwischen ganz unterschiedlichen Polaritäten hin und her oszilliert. Es ist jedoch als ob das Ding, das man als sein Leben bezeichnet, zeitweise in einen Zustand der reinen Energie zurückkehren muss, bevor es eine neue Gestalt annehmen und neuen Schwung aufnehmen kann.

Vielleicht wurden deshalb in archaischen Kulturen häufig Mythen über die Entstehung der Welt über einem kranken Menschen gesprochen. Indem der Patient symbolisch in die Nähe des Schöpfungsaktes gebracht wurde, lebte er wieder in der anfänglichen Fülle des Seins und war mit allen lebendigen Elementen verbunden. Der Mensch wurde symbolisch neu geboren, um die gesamte Energie und die Potenziale, die ein Lebewesen zum Zeitpunkt der Geburt hat, wieder zu erlangen (M. Eliade).

Was sind die Signale, die auf einen neuen Anfang hinweisen? Der wichtigste Hinweis beginnt als eine schwache Andeutung eines Unterschieds, eines neuen Themas in der Melodie, als fremdartiger Duft in der Luft. Weil diese Signale sehr subtil sind, ist es schwierig, sie wahrzunehmen. Das ist auch der Grund, weshalb wir in Zeiten eines Übergangs ganz natürlich häufig die Leere und Stille aufsuchen. Der erste Hinweis kann entweder die Form einer inneren Idee, Vorstellung, eines Eindrucks, eines Bildes oder einer Chance außerhalb unserer selbst annehmen, die sich nicht durch eine rational erfasste Bedeutung auszeichnet, sondern sich eher als eine Resonanz, eine Schwingung zeigt, die aus uns selbst heraus entsteht.

Es gibt nicht die eine Form dieser Erfahrung. Sie beinhaltet viel mehr, dass sich etwas in unsere Vorstellungswelt drängt und wir davon angezogen werden. Es könnte auch sein, dass Sie bereits mitten drin sind, bevor Sie sich dessen gewahr werden, da sich dieses Geschehen an der Grenze zwischen bewusstem und unbewusstem Denken abspielt – ähnlich einem halb-ausgebildeten Tagtraum oder einer Intuition.

Manchmal kommt der Hinweis auch von einem anderen Menschen, einer Bemerkung, die jemand vielleicht eher achtlos äußert und an die man sich immer wieder erinnert, die an einem nagt und, die einem eine Veränderung rückspiegelt. Und dann kann es noch eine ganze Weile dauern, bis man weiß, was sie bedeutet.

Manchmal kommt der Hinweis in der Gestalt eines Traums. Das erinnert uns daran, dass traditionelle Kulturen ihre Mitglieder häufig aufforderten, ihre Träume im Hinblick auf eine innere Führung zu beachten. Es geht dabei nicht um ja oder nein zu einer Entscheidung, sondern um einen Pfad, vielleicht einen übersehenen Weg.

Bedeutsame Anfänge hängen mehr von einer Art innerer Neuordnung als von äußeren Veränderungen ab, da wir immer dann, wenn wir in Übereinstimmung mit unseren tiefen Bedürfnissen (s. weiter oben) handeln, auch stark motiviert sind.

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