Ein Logbuch persönlichen Wandels und Entwicklung

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8. Abschließen mit einem Neuanfang – Die Erfahrung des Neuanfangs I

Nach einer Zeit als brachliegendes Neutrum sind wir darauf vorbereitet, uns selbst wieder neu zu erfinden, verändert durch die Dekonstruktion unserer alten Muster, durch die Auflösung der Strukturen und Perspektiven der alten Lebensphase und der sich anschließenden Reise durch die neutrale Zone.

Wir leben in einer Welt, in der wir gewohnt sind, Dinge durch einen Dreh mit einem Schlüssel, mit Hilfe des Umlegens eines Schalters zu starten. Ist dies nicht der Fall, so gehen wir auf Grund unserer gewohnten Art zu denken davon aus, dass etwas falsch läuft. Viele Ideen von Veränderung sind von ähnlichen Vorstellungen geprägt. Auch auf den Bereich persönlicher Veränderungen übertragen wir Vorstellungen, die eher der Reparatur einer Maschine oder vielleicht einer Operation entsprechen. Ohne dass wir uns dies überhaupt vergegenwärtigen, erwarten wir auf eine naive Art und Weise, dass uns „Psychomechaniker“ aus der Schwierigkeit heraus helfen, uns das Problem entfernen und uns wieder dazu bringen, zu funktionieren wie vorher. Es geht nicht darum einen abgetragenen Organismus zu reparieren, dieser muss neu entstehen.

Habe ich allerdings bereits Erfahrungen mit Veränderungen gemacht, dann weiß ich, dass ich frei gewählte oder mir zugestoßene eigene Veränderungen und Entwicklungen in meine eigenen Hände nehmen muss, auch wenn ich meist dazu andere Menschen brauche.
An dieser Stelle im Prozess, im Verlauf der neutralen Zone, stellen sich dann Fragen wie die folgenden: Wie weiß ich, wann eine Beendigung abgeschlossen ist und die Zeit in der neutralen Zone vorbei ist? Wie weiß ich, welcher der Wege vor mir derjenige ist, der für einen bedeutungsvollen Neuanfang steht? Das Leben geht weiter und es gibt keinen Stillstand. Es ist, als ob man als Mitfahrer in und an einem fahrenden Auto die Reifen wechseln muss. Glücklicherweise tun wir jedoch selbst dann, wenn wir scheinbar erfolglos versuchen, unser Leben am Laufen zu halten, ohne es zu beabsichtigen, Manches von dem, was wir tun müssen, um uns zu erneuern und zu verändern.

Die meisten Neuanfänge sind denn auch indirekt und unspektakulär. Meist stellen wir uns klare, bewusste Schritte vor, die wir machen sollten, aber „die Anfänge aller menschlichen Vorhaben sind unordentlich“, wie J. Galsworthy sagt.

Erinnern Sie sich an wichtige Neuanfänge in Ihrer eigenen Geschichte. Sie trafen vielleicht zufällig einen alten Freund, der Ihnen von einem Job erzählte, der frei war. Sie gingen auf eine Party, auf die Sie eigentlich gar keine Lust hatten, und trafen dort die Frau, mit der nach vielen Jahren immer noch verheiratet sind. Sie studierten Spanisch, weil die Französisch Vorlesung schon morgens um acht war und sie nicht so früh aufstehen wollten, usw….

Die Lehre, die man aus all solchen Situationen ziehen kann, ist, dass wir die Chancen und Gelegenheiten finden oder vielleicht sie uns, immer dann wenn wir zu einem Neuanfang bereit sind. Die Situation passt dann wie ein Schlüssel in ein Schloss und die Türe öffnet sich. Ist dies nicht der Fall, bleibt die Situation einfach eine von vielen, ohne diese besondere Bedeutung und man befindet sich weiter in der neutralen Zone.

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